Zwischenprüfungen bei Alpiq InTec

In Kürze: Qualifikationsverfahren sind für fast alle Lernenden eine stressige Zeit.
Wir versuchen ihnen die Dinge ein wenig einfacher zu machen mit einer Zwischenprüfung.
Diese gibt unseren Lernenden ein persönliches Feedback.

Jede Ausbildung ist eine anstrengende Zeit.  Man lernt viele neue Dinge und dann nach vielleicht drei oder vier Jahren kommt die Abschlussprüfung.

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Warum eine Zwischenprüfung hilft

Natürlich hofft man das Qualifikationsverfahren gut zu bestehen. Doch wie weiss ein Lernender nach zwei Jahren ob er auf dem richtigen Weg ist? Die notwendigen Dinge welche man nach 2 Jahren erwartet, gelernt hat?

Anders gefragt:  Hat man die Dinge bei der Arbeit oder in der Berufsschule gelernt, welche man unbedingt können muss? Hat man Stärken oder vielleicht auch einige Defizite die es zu eliminieren gilt?

Da kann z.B. eine Zwischenprüfung helfen. Es ist eine Art „Standortbestimmung“ für die Berufsbildnerinnen wie auch für die Lernenden. Es beantwortet Dinge wie z.B.:

  1. Sind wir auf dem richtigen Weg?
  2. Habe ich die ersten Etappenziele auf dem Weg zur Schlussprüfung erreicht?
  3. Wo muss ich mich als Lernende noch verbessern?
  4. Wo sind meine Stärken?

Wie Alpiq InTec hilft

Bei der Alpiq InTec in Bern machen wir solche Zwischenprüfungen. Eine Vorbereitungszeit, wie bei den Qualifikationsverfahren gibt es nicht. Die Aufgabe der Zwischenprüfung muss deshalb fast ad-hoc gelöst werden. Dafür erhalten die Lernenden ein ungeschminktes Feedback, wo sie mit ihrer Ausbildung stehen.

Eine Vorbereitungszeit dafür? Gibt’s nicht…!

Die Lernenden-Werkstatt von Alpiq InTec in Bern wird derzeit wieder intensiv genutzt:

Rund 11 Lernende der Lehrberufe

wurden von ihrem Lehrbetrieb zur Standortbestimmung aufgeboten.

Die Lernenden des 2. Lehrjahres staunten nicht schlecht, als sie diese Einladung erhalten haben.

So manch‘ einer unserer Lernenden oder Azubis hat sich dann die Frage gestellt:

„…habe ich in den beiden ersten Lehrjahren genug gelernt…?“

Sich selbst mit dem eigenen Wissen messen?

Nicht jeder Lehrbetrieb bietet seinen Lernenden diese Möglichkeit. Und dies auch noch neben den umfangreichen Vorbereitungen zu den Qualifikationsverfahren.

Die praktischen Zwischenprüfungen sind ähnlich aufgebaut, wie es die Qualifikationsverfahren (Lehrabschlussprüfungen) auch sind.

Sie beziehen sich jedoch lediglich auf den Stand der Ausbildung des Lernenden.

Jeder Lernende ist für sein eigenes Zeit-Management verantwortlich.
Neben kleinen Schützensteuerungen sind auch Elektro-Installationen am Brett gefordert.

Doch dazu muss eine kleine Schaltgerätekombination verdrahtet werden. Diese Teilaufgabe beinhaltet auch die sinnvolle Anordnung der Betriebsmittel.

Nach ein paar Stunden schweisstreibenden Installationen am Brett, kann der Fachmann bereits erkennen, um was es ich für eine Aufgabe handelt:

Gute Ergebnisse

Die Zwischenprüfungen wurden im Anschluss von unseren ausgewiesenen Berufsbildnern bewertet.

Der Berufsbildungsverantwortliche der Region Bern, Patrick Zimmermann zeigt sich zufrieden mit den Ergebnissen.

Er sagt:

„…im Grossen und Ganzen wurden die Arbeiten  „gut“  bis  „sehr gut“  bewältigt…!“

Das macht natürlich Freude. Es zeigt auf, dass die Berufsbildung bei Alpiq InTec einen hohen Qualitätsgrad aufweist.

Somit können alle Lernenden der Zwischenprüfung 2017 die Gewissheit haben, dass sie auf dem richtigen Weg sind.

„…bei einigen mussten wir zwar schon noch etwas Feinschliff ansetzen…“

meint Patrick Zimmermann. Doch er zeigt sich sehr zuversichtlich, dass seine Lernenden auch an einer Zwischenprüfung viel gelernt haben.

In einer prüfungsähnlichen Situation zu arbeiten, ist einmal etwas ganz neues.

Gut, dass hier alle etwas Prüfungsluft schnuppern konnten!

Diskutieren Sie mit

Quelle: Zwischenprüfungen für Auszubildende bei der Alpiq InTec

Was uns natürlich sehr interessieren würde sind Ihre / Deine Meinung zu diesem Thema:

  1. Macht dein Lehrbetrieb auch Zwischenprüfungen?
  2. Konntest du dich darauf vorbereiten?
  3. Was ging gut, was ging weniger gut bei deiner Zwischenprüfung?
  4. Welche Erkenntnisse hast du daraus ziehen können?
  5. Was hat dir bei der Zwischenprüfung am Besten gefallen?

Wir freuen uns immer auf Kommentare welche wir natürlich beantworten.


Gute Lehrabschlüsse und Wettkämpfe

Lernende von Alpiq InTec erzielen an ihren Lehrabschlüssen immer wieder ausgezeichnete Noten.

So konnte zum Beispiel das Bildungsjahr 2015/2016 mit tollen Ergebnissen an Qualifikationsverfahren, an kantonalen Meisterschaften und den Schweizerischen Berufsmeisterschaften aufwarten.

Wir drücken allen Lernenden die Daumen für ihre Abschlüsse im Jahr 2017!


Über Rolf Siebold

Rolf Siebold ist "Leiter der Berufsbildung Alpiq InTec Gruppe" bei Alpiq InTec Management AG. Sein Aufgabenbereich bezieht sich auf die Koordination der rund 18 Ausbildungsberufe, bis hin zur Ansprechperson in allen Fragen rund um die Berufliche Grundbildung der Alpiq InTec Gruppe.

11 Gedanken zu „Zwischenprüfungen bei Alpiq InTec

  1. Sehr interessanter Beitrag.
    Was mich als Vater natürlich interessiert sind Dinge wie:

    1. Wann machen die 11 Prüflinge den Abschluss … in 2017 oder 2019?
    2. Anhand der Resultate, was können nun die Lehrlinge konkret tun um sich zu verbessern?
    3. Kann die Alpiq InTec hier einem Lehrling helfen sich in den nächsten Monaten zu verbessern?

    Als Unternehmer würde mich natürlich in dieser ganzen Diskussion schon interessieren inwiefern sich solche Aufwendungen vom Betrieb rechnen?

    Gibt es da Kennzahlen von der Alpiq, Verband, Bund?

    Herzlichst
    Urs
    #DrKPI

    1. TEIL 1 DER ANTWORT

      Sehr geehrter Urs,

      Herzlichen Dank für Deine Fragen. Wir haben die Zwischenprüfungen und die QV-Vorbereitungen diesmal parallel organisiert. Das heisst:

      1) Lernende im Bereich Kältetechnik machen eine Zwischenprüfung und Lernende im Bereich „Elektro“ eine QV-Vorbereitung. Die Elektro-Lernenden werden bereits dieses Jahr ihr Qualifikationsverfahren bestreiten und die Lernenden in der Kältetechnik im Jahr 2019.

      2) Was uns immer wieder auffällt, ist, dass die Lernenden Mühe mit dem erforderlichen Tempo einer prüfungsähnlichen Aufgabe haben. Fachtechnisch sind sie in Bern mehrheitlich gut bis teilweise sehr gut unterwegs.
      Es kommt aber vermehrt vor, dass die Aufgabenstellungen nicht zu Ende gebracht werden können. Somit fehlen in der Bewertung dann auch wichtige Punkte.

      Dieses Phänomen treffe ich persönlich auch als Experte bei den Lehrabschlussprüfungen an.
      Wir empfehlen dann unseren Lernenden immer, zuerst die Aufgabe genau durchzulesen, um sich einen Überblick zu verschaffen.
      Dabei nicht in Hektik auszubrechen und nicht sofort Dinge an die Wand zu schrauben, wie es die meisten Kandidaten mehrheitlich tun.
      Eine überlegte Herangehensweise zahlt sich über die gesamte Prüfungsdauer immer aus.

      3) Alpiq InTec hilft immer! Gerade Lernende, die das erforderliche Arbeitstempo noch nicht erbringen können, werden in der Zeit bis zu ihrem Qualifikationsverfahren noch intensiver betreut.

      Selbstkritisch müssen wir auch sagen, dass wir in Zukunft noch verstärkt darauf achten müssen, dass Lernende bereits in der Vorphase ihrer Ausbildung in der Praxis „Schritt halten“ können.
      Das ist ja auch das Gute an einer Standortbestimmung wie dieser:

      ==>Lernende und Lehrbetrieb generieren ein gegenseitiges Feedback!

      Allerdings muss man als Lehrbetrieb auch sagen, dass es immer zwei Seiten braucht, um ein gemeinsames Ziel erreichen zu können: Den Lehrabschluss.

      Viele Jugendliche nehmen ihre Berufslehre leider auch auf die leichte Schulter und nehmen eine Art Konsumhaltung ein. Auch hier ist dann die Berufsbildungsverantwortliche Person gefordert, möglichst früh Einfluss nehmen zu können. Nicht immer klappt es.
      Es liegt auf der Hand, dass der Eine oder Andere Lernende das Qualifikationsverfahren dann trotz allen Hilfestellungen nicht besteht.

      Wir sind mit diesem Durchlauf jedenfalls sehr zuversichtlich, einen maximalen Erfolg erzielen zu können!

      4) Die Aufwendungen die ein Lehrbetrieb auf sich nimmt, um Lernende auf ihren ersten wichtigen Abschluss ihres Lebens vorzubereiten, sind enorm. Es obliegt jedoch auch in der Verantwortung des Lehrbetriebs, seinen Lernenden

      a) eine solide Lernbasis und
      b) eine Ausbildung auf dem aktuellen Stand der Technik zu bieten.

      Die Lernenden arbeiten in der Praxis auf Projekten des Lehrbetriebs mit. Wir wissen, dass es da viel zu lernen gibt. Wir wissen aber auch, dass das Lernumfeld nicht immer angenehm ist. Es gehört auch zum Lernprozess, dass die angehenden Berufs-Profis auch damit umgehen können.

      Die Antwort für deine Fragen wegen Kennzahlen findest du im 2ten Teil meiner Antwort.

      Beste Grüsse

      Rolf Siebold

    2. TEIL 2 DER ANTWORT.

      Lieber Urs

      Hier den Rest meiner Antwort.

      Was das Thema der Kennzahlen betrifft, so definieren Bund und Verbände den Umfang der Qualifikationsverfahren, aber nicht die Kosten.

      Es ist uns jedoch bekannt, das derzeit das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI per Ende 2018 erstmals eine Studie über Kosten/Nutzen der beruflichen Grundbildung macht.

      Mit der Studie werden Daten ausgewertet, die nicht nur direkt für Lehrbetriebe nützlich sein können, sondern welche die Voraussetzung bilden, dass politische Entscheidungsträger auf die Bedürfnisse der Lehrbetriebe und Branchen reagieren und Probleme wie z.B. Fachkräftemangel bekämpfen können.

      Alpiq InTec nimmt an dieser Studie übrigens teil.

      Ein Lernender von Alpiq InTec verbringt an einer Zwischenprüfung i.d.R. rund 16-20 Stunden mit einer Aufgabenstellung.
      Eine QV-Vorbereitung im Bereich Elektro schlägt ebenfalls mit rund 16-23 Stunden zu Buche.

      Dazu kommt, dass Alpiq InTec in den letzten 2 Jahren in Basel, St. Gallen, Bern und Olten rund CHF 60’000.- bis 80’000.- in ihre Lernenden-Werkstätten investiert hat.

      Bei rund 140 Lernenden die jedes Jahr bei Alpiq InTec ihren Lehrabschluss erfolgreich bestreiten und jene, die eine Zwischenprüfung absolvieren, investiert Alpiq InTec ca. CHF 300’000.-/ Jahr für alle begleitenden Ausbildungsmassnahmen der beruflichen Grundbildung.

      Das findet man nicht in jedem Lehrbetrieb.

      Es ist eine direkte Investition in unseren Fachkräftenachwuchs. Die Alpiq InTec als Nummer 1 der Gebäudetechnik in der Schweiz nimmt somit ihre Verantwortung als Lehrbetrieb vollumfänglich wahr.

      Hast du weitere Fragen? Gerne stehe ich dafür zur Verfügung.

      Beste Grüsse

      Rolf Siebold

        1. Lieber Urs,

          Herzlichen Dank für deinen Beitrag.

          Ich denke wir pendeln uns ein und nähern uns der Wahrheit: Die genannte Studie des SBFI (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation)

          https://www.sbfi.admin.ch/sbfi/de/home/dokumentation/publikationen/berufsbildung.html

          weist also für 3- oder 4-jährige Ausbildungen Nettoerträge von CHF 8’000.- aus. Die Studie von Avenir Suisse spricht zumindest bei den Elektroinstallateuren EFZ von CHF 11’000.- pro Jahr pro Lernendem. Deklariert wurde dieser Wert jedoch als der Höchste, weshalb der Durchschnitt über alle >320 Lehrberufe der Schweiz tiefer liegen dürfte. Das heisst, dass die Studie des SBFI m.E. weniger reisserisch daher kommt, als jene von Avenir Suisse. Doch auch bei der Studie des SBFI dürften Abweichungen der Genauigkeit nicht ganz auszuschliessen sein.

          Meine kalkulierten Werte pendeln sich bei CHF 5.4K pro Jahr und Lernenden ein. Dies, weil ich die direkten Betreuungs- und Ausbildungskosten ebenfalls mit eingerechnet habe. Diese fallen ja in der Praxis mit „learning by doing“ auch an und müssen durch die Berufsbildner und Praxisbildner abgedeckt werden.

          Zudem kommt nun das Thema der Produktivität ins Spiel. Ein Lernender ist mit all seinen Abwesenheiten (Berufsschule, Kurse etc.) nur schon grundsätzlich zu rund 61% produktiv. Mit diesen 61% geht er dann an den „Start“. Dieser Wert sinkt bei weiteren Abwesenheiten wie z.B. Unfall, Krankheit und/oder dem Besuch der Berufsmaturität – oder eben während der direkten Ausbildung durch den Berufs-und Praxisbildner. Schwierig zu quantifizieren, dürfte in der Folge der individuell mögliche Lernzuwachs des Lernenden nach direkter Ausbildung sein. Denn dann würde er gewisse Arbeiten vermehrt selbständig erledigen können. Dies käme dann einem möglichen Pay-Back für den Lehrbetrieb wieder näher.

          Fazit: Am Beispiel von Deutschland, in dessen Studie des BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung) „…mit grossen Abweichungen pro Ausbildungsberuf…“ gerechnet wird, können wir davon ausgehen, dass bei uns in der Schweiz – auch wenn die Zahlen m.E. mit DE nicht direkt verglichen werden können – ebenfalls Abweichungen vorhanden sind.

          Somit bin ich mir sicher, nicht falsch zu liegen und meine Ergebnisse sprechen für die Alpiq inTec als Lehrbetrieb! Das freut mich natürlich! 🙂

          Besten Dank für diesen Input.

          Freundliche Grüsse

          Rolf Siebold

          #alpiqskills

  2. Guten Abend Urs,
    Guten Abend sehr geehrter Herr Siebold,

    Gestattet mir bitte, mich in die Diskussion über Kosten und Nutzen der Berufsbildung mit einzubringen.

    Studien sowie Erkenntnisse des BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung) kommen hier zu jährlichen Bruttokosten zwischen 15 -18 T€ pro Jahr pro Lernendem. Demgegenüber steht ein Nutzen – mit grossen Abweichungen pro Ausbildungsberuf – von im Durchschnitt 12 T€ pro Jahr pro Lernendem.

    Bleiben also Nettokosten von ca. 3-6 T€ pro Jahr pro Lernenden. Die Bestandteile der Bruttokosten sowie die Quantifizierung der Nutzendimensionen werden sehr gut erläutert in Schönfeld/Wenzelmann/Dionisius/Pfeifer/Walden: Kosten und Nutzen der dualen Ausbildung aus Sicht der Betriebe.

    Unsere diesjährigen Befragungen in Deutschland zeigen, dass aufgrund der gestiegenen Anforderungen bzgl. Ansprache und Gewinnung von Lernenden die Kosten in den letzten drei Jahren um bis zu 20% angestiegen sind.

    Wir gehen davon aus, dass auch die Kosten für die Bindung bis zum Eintritt rasant ansteigen werden; in einigen Betrieben macht dieser Kostenanteil bereits heute ca. 20% des Gesamtbudgets aus; Tendenz steigend.

    1. Lieber Volker

      Dies ist für mich ein sehr interessanter Hinweis. Das BIBB schreibt zu seiner repräsentativen Studie von 2012 / 2013 auch das Folgende:

      Zieht man diese produktiven Leistungen in Höhe von durchschnittlich 12.535 € von den Bruttokosten ab, so ergeben sich für das Ausbildungsjahr 2012/2013 für die Betriebe durchschnittliche Nettokosten von 5.398 Euro je Auszubildendem. Im Durchschnitt investieren die Betriebe also zunächst in die Ausbildung. Es gibt allerdings große Unterschiede zwischen den Betrieben. So erwirtschaftet rund 28 % der Auszubildenden schon während der Ausbildungszeit Nettoerträge. Bei den restlichen Betrieben lohnt sich die Ausbildung erst mittel- oder langfristig.

      — Kosten und Nutzen der Ausbildung aus betrieblicher Sicht – BIBB – Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn

      Das interessante hier finde ich auch, dass das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) darauf hinweist, dass es grosse Unterschiede gibt zwischen den verschiedenen Betrieben.

      Vielleicht ist dies auch eine Indikation, dass kleinere Betriebe vielleicht nicht so genau die Kosten und Erträge erfassen, wie dies vielleicht die grösseren Unternehmen machen.

      Was mir noch in den Sinn kommt: Die Ersparnisse in Sachen Rekrutierung und Produktivität bei der Übernahme nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung müssen sicherlich noch erfasst werden und sind sicherlich beträchtlich.

      Herzlichst
      Urs

    2. TEIL 1 MEINER ANTWORT

      Sehr geehrter Herr Mayer,

      Herzlichen Dank für Ihren Beitrag und die Zahlenwerte aus Deutschland. Sehr interessant.

      Bei uns hat z.B. Avenir-Suisse eine Studie gemacht, welche die Thematik der Kosten-Nutzen in der Berufsbildung aufzeigt. https://www.avenir-suisse.ch/elektromonteure-sind-die-rentabelsten-lehrlinge/

      Am Beispiel von Lernenden „Elektroinstallateur EFZ“ wurde darin errechnet, dass diese Lernenden dem Lehrbetrieb pro Jahr einen Netto-Ertrag von rund CHF 11’000.- erwirtschaften würde. Meines Erachtens ist diese Zahl weder richtig, noch falsch. Gemäss unseren Erhebungen können wir bestätigen, dass ein solcher Netto-Ertrag anfallen könnte, wenn der Lernende NUR durch die Berufsbildungsverantwortliche Person betreut sein würde. Nun ist der Lernende aber in der Praxis zusätzlich mit Berufsbildnern und Praxisbildnern unterwegs und erhält dort auch Anteile direkter Ausbildung.

      An dieser Stelle schwingt nun erheblich mit, welchen Betreuungs- und Ausbildungsgrad ein Lehrbetrieb seinem Lernenden zukommen lässt. Oder, welche Grösse der Lehrbetrieb als solches aufweist. Ein kleinerer Betrieb weist mit Sicherheit einen höheren, direkten Betreuungs-und Ausbildungsgrad auf, als ein grosser Lehrbetrieb ihn hat.

      Im Vergleich zur Studie von Avenier-Suisse, rangieren wir im Teilbereich „Betreuungs-und Ausbildungsgrad“ mit den Netto-Erträgen trotzdem knapp in der Hälfte. Was mir bei den Zahlen der deutschen Studie des BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung) auffällt, ist, dass sich Deutschland und die Schweiz hier nicht adäquat vergleichen lassen. Nur schon die Brutto-Kosten sind bei uns pro Jahr pro Lernendem fast doppelt so hoch. Wenn wir dann den Nutzen kalkulatorisch extrahieren, befinden wir uns mit CHF 5.4K pro Lernenden pro Jahr, wie bereits erwähnt, nicht mal mehr in der Hälfte.

      Ein spannendes Thema!

      Beste Grüsse

      Rolf Siebold

      #jetztlehrstelle
      #alpiqskills

    3. TEIL 2 MEINER ANTWORT

      Sehr geehrter Herr Mayer,

      Hier der 2. Teil meiner Antwort:

      Auch die Strategische Planung, so wie Sie diese in einem Ihrer Blog-Themen ist vielschichtig: Nimmt ein Lehrbetrieb die Berufsbildung ernst und nimmt er seine gesellschaftliche Verantwortung wahr, dann bildet er seine Lernenden auch nachhaltig aus. Diese wiederum tendieren dann eher, im ehemaligen Lehrbetrieb auch bleiben zu wollen. Das spart zum Einen erhebliche Rekrutierungskosten und zum Anderen kennen die ehemaligen Lernenden den Betrieb in- und auswendig. Sie wenden ihre gemachten Erfahrungen an und bilden wiederum nachkommende Lernende aus.
      Wir übernehmen jedes Jahr rund 72% der ehemaligen Lernenden. Dies auch, weil gute Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt immer schwerer zu finden sind. Bei uns sind deshalb Karrieren wie „Vom Lernenden zum Projektleiter“ ohne weiteres möglich.

      Wir berichteten darüber: http://alpiq-skills.com/vom-lernenden-zum-projektleiter/

      Freundliche Grüsse

      Rolf Siebold

      #jetztlehrstelle
      #alpiqskills

  3. Finde diese Zwischenprüfungen für alle Beteiligten super.

    Der Lernende weiss wo er steht, was er kann und was ihm noch fehlt. Der Berufsbildner kann die Ausbildung in die entsprechenden Bereiche intensivieren. Am Schluss kommen keine Überraschungen, es nützt allen etwas und ist mit wenig Zusatzaufwand verbunden.

    1. Lieber Basil,

      Danke für deinen Beitrag.
      Eine Möglichkeit wäre noch, die Zwischenprüfungen nur auf theoretischer Fachebene auszuführen. Das wird m.W. auch in den Verbänden wie z.B. dem KZEI bereits diskutiert. Ich finde es jedoch wichtig, dass wir als Lehrbetrieb mit gutem Beispiel voran gehen. Wie du richtig erwähnst: Bei Zwischenprüfungen und auch QV-Vorbereitungen sollen später keine Überraschungen daher kommen.

      Gruss,

      Rolf Siebold
      #alpiqskills

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